Projekte

DIE Chance für das Dorf

Projektträger: die vier Verbandsgemeinden Daun (Federführung), Gerolstein, Kelberg und Ulmen
Kurzbeschreibung:

DIE Chance für das Dorf ist ein Projekt zur Förderung der örtlichen Dorfinnenentwicklung in den vier Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kelberg und Ulmen.

  1. Die Ausgangssituation/ Problemlagen im Projektgebiet:
    In vielen Dörfern der beteiligten Verbandsgemeinden finden sich folgende Problemlagen:
    • es finden sich häufig keine Abnehmer mehr für Bauplätze, die in den vergangenen Jahren ausgewiesen wurden,
    • die Nachnutzung von Gebäuden in der Dorfmitte wird immer öfter unwahrscheinlich, der Anteil leerstehender Bausubstanz droht zu steigen,
    • viele Wirtschaftsgebäude wie ehemalige Stallungen und Scheunen stehen leer,
    • es findet sich eine Überalterung der Bewohner im Ortskern.
  2. Die Projektbausteine:
    Um den dargestellten Entwicklungen und bereits heute sichtbaren Problemlagen zu begegnen, brauchen wir Klarheit über die tatsächliche Situation in unseren Dörfern. Im Projekt DIE Chance für das Dorf wird zunächst eine Bestandsaufnahme durchgeführt – und dies flächendeckend in allen 125 Dörfern. Aufgenommen werden Informationen zur Dorfstruktur wie Wirtschaftssituation, Dorfgemeinschaft, Infrastruktur, Internetanbindung, Anbindung an den ÖPNV genauso wie heute bereits vorhandene und potenzielle, also zukünftig absehbare Gebäudeleerstände und Baulücken.

    Das Projekt unterscheidet zwischen vier verschiedenen Dorftypen:
    • Dorftyp 1: Dörfer < 250 EinwohnerInnen, insgesamt 57 Dörfer
    • Dorftyp 2: Dörfer mit 250 bis 499 EinwohnerInnen, insgesamt 41 Dörfer
    • Dorftyp 3: Dörfer mit 500 bis 999 EinwohnerInnen, insgesamt 19 Dörfer
    • Dorftyp 4: Dörfer > 1000 EinwohnerInnen, insgesamt 8 Dörfer

    Die Typisierung der Dörfer dient dazu, dass jedes Dorf sich in seiner Entwicklung mit den anderen Dörfern seines Dorftyps vergleichen kann.

    Die Bestandsaufnahme beginnt mit den Dörfern aus Dorftyp 1. Nach der Bestandsaufnahme durch den/ die jeweilige/n Ortsbürgermeister/in und seinen/ ihren Ortsgemeinderat erfolgen eine Auswertung, ein Vergleich des jeweiligen Dorfes mit seinem Dorftyp sowie eine Ortsbegehung.

    Sukzessive werden so nach und nach bis voraussichtlich vor der Sommerpause 2012 die Bestandsaufnahmen in allen 125 Dörfern durchgeführt.

    Pro Typ soll im Rahmen eines Wettbewerbes ein Modelldorf ausgewählt und vertiefend untersucht werden. In den Modelldörfern werden Strategien erarbeitet und erprobt, die die Innenentwicklung fördern sollen. Die Aktivierungsstrategien sollen beispielgebend für die anderen Dörfer des gleichen Typs sein. Dem "von und miteinander Lernen" kommt im Projekt DIE Chance für das Dorf eine hohe Bedeutung zu.

    Im Projekt hat vor allem auch die Sensibilisierung der Kommunalpolitik und der Bürgerinnen und Bürger einen sehr hohen Stellenwert, denn: nur gemeinsam kann es gelingen, die Innenentwicklung in den Dörfern voran zu treiben.
  3. Besonderheiten des DIE-Projektes
    • DIE verfolgt einen regionalen Ansatz.
    • DIE ist auf 3 Jahre angelegt, um die kontinuierliche Beschäftigung mit der Innenentwicklung in den 125 beteiligten Dörfern sicherzustellen.
    • Es werden Strategien zur Innenentwicklung in den Modelldörfern entwickelt und erprobt und dann – dies macht die Typisierung der Dörfer möglich – allen Dörfern zur Verfügung gestellt.
    • Das von- und miteinander Lernen steht im Mittelpunkt.
    • DIE ist abgestimmt mit der Initiative RAUM + des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz. Auch landesweit gilt das Ziel des Vorrangs der Innenentwicklung. – in 2010 wurden landesweit mit RAUM+ Innenentwicklungspotenziale ab 2000 m² erhoben. Diese Datengrundlage soll nun landesweit mittels RAUM+ monitor fort geführt werden.
    • DIE – Chance für das Dorf! ist das größte LEADER-Projekt zur Dorfinnenentwicklung auf Ebene der Dörfer in Rheinland-Pfalz.
  4. 6 Argumente für die Innenentwicklung und damit für das DIE-Projekt:
    Die Innenentwicklung:
    • stärkt die Ortsmitte und erhält die Attraktivität der Dörfer
    • sichert den Wert der bestehenden Immobilien im Dorf
    • nutzt vorhandenes Wohnraumpotenzial im Dorf und ist damit nachhaltig
    • spart Flächen und reduziert damit den Landschaftsverbrauch
    • lastet vorhandene Netzinfrastruktur (bspw. der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung) besser aus
    • ist DIE Chance für das Dorf.
Projektziele:

Das Projekt DIE hat zum Ziel, die Innenentwicklung der Dorfkerne in den 125 Dörfern der vier Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kelberg und Ulmen zu fördern/ voran zu treiben. Hierzu sieht es ein Bündel von Maßnahmen vor (siehe Projektbausteine).

Umsetzungszeitraum: 2011-2014
Projektstand: Projekt befindet sich in der Umsetzung
Förderschwerpunkte: Schwerpunkt 3 (Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft, Schwerpunkt 4 (LEADER)
Handlungsfeld/Maßnahmenbereich: Handlungsfeld C: Lebensräume der Vulkaneifel zukunftsfähig machen
Ansprechpartner: Verbandsgemeindeverwaltung Daun, Leopoldstraße 29, 54550 Daun sowie die Verbandsgemeindeverwaltungen Gerolstein, Kelberg und Ulmen, siehe Kontakt.